Was ist Kunst?

Im Zusammenhang mit dem Kunstprojekt der Jugendartgalerie (JAG) haben sich zwei Klassen des Richard-Riemerschmid-Berufskollegs mit dieser progressiven Fragestellung auseinandergesetzt – eine Klasse 11 des Beruflichen Gymnasiums sowie eine Unterstufe der Gestaltungstechnischen Assistenten für Grafik- und Objektdesign.

Die Schüler haben zusammen mit Ihren Kunstlehrern Frau Endt und Herrn Rachl und der Kölner Künstlerin und Illustratorin Gerda Laufenberg Ideen entwickelt, wie und ob eine Antwort auf diese Fragestellung gefunden werden kann. Ein schier endlos großer Pool an Ansätzen und Erläuterungen, Fragestellungen und Möglichkeiten hat sich in Gesprächen ergeben. Da der Kunstbegriff selbst so abstrakt und vielschichtig wirkt, erscheint es fast unmöglich, eine konkrete Begriffsdefinition und Erklärung zu finden.

Um diesen Pluralismus an Vorstellungen, Ansätzen und Ideen, was Kunst ist, einen Rahmen der Ausdrucksmöglichkeit zu geben, haben alle zusammen, die Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler und Frau Laufenberg Begriffe gesammelt, die den Begriff Kunst beschreiben oder ausmachen: WAS IST KUNST FÜR DICH? Gemeinsam haben wir eine Auswahl getroffen und uns auf 24 Begriffe geeinigt:

HANDWERK, CODE, DIE ANDERE SEITE DES MONDES, GEFÜHL, SPIESSIGKEIT, VERSCHWENDUNG, MÜLL, TRADITION, SCHÖPFUNG, UNTERBEWUSSTSEIN, VIELFALT, BEGEISTERUNG, KREATIVITÄT, REICHTUM, PERFEKTION, ERFOLG, FAIRNESS, EINZIGARTIGKEIT, HANDSCHRIFT, SCHÖNHEIT, DAS KANN JEDER, BETRUG, FREIHEIT, ZUKUNFT

Um das engagierte Projekt entsprechend zu beginnen, haben die Schülerinnen und Schüler den Lernort Schule verlassen, um Frau Laufenberg in ihrem inspirierenden Atelier zu besuchen. In gemeinsamen Diskussionen und einer kreativen Atmosphäre dringen unsere Kunstanwärter immer stärker in die Materie ein.
Für die 24 Kunst-Begriffe standen den Schülern Skizzenbücher in unterschiedlichen Formaten zur Verfügung. Die Schüler erhielten im Unterricht die Aufgabe, diese Begriffe mit unterschiedlichen Techniken zu illustrieren: Collage, Buntstift, Tempera, Aquarell, nur Farbe ohne Form, nur Form ohne Farbe, Bleistift, Wort ohne Bild, etc.
Dabei ermöglicht die künstlerische Umsetzung der Begriffe in Illustrationen jeder Schülerin und jedem Schüler sich an seine eigene Vorstellung von Kunst heranzuarbeiten. Das Ergebnis dieser ernsthaften künstlerischen Bemühungen wird Kunst sein – auch wenn dies sofort in die nächste Debatte mündet: DAS SOLL KUNST SEIN? Wir freuen uns, wenn wir das erreichen.

Die kreativen Ergebnisse konnten am 24.11.2014 in einer Ausstellungseröffnung im Foyer des nagelneuen Firmengebäudes der Rheinenergie diskutiert werden.