
Parallel zur künstlerisch schaffenden Tätigkeit bereiteten wir unsere Ausstellung vor. Großes Glück hatten wir mit dem Ausstellungsort. Das Jugendpastorale Zentrum »Crux« stellte uns die Baustelle der Kirche St. Johann Baptist auf der Severinsstraße zur Verfügung, was für ein ungewöhnliches, aber ungemein anregendes Ambiente sorgte. Die Mitarbeiter dort und auch wir als Religionsgruppe der Klasse GTA AS3M1 mussten allerhand Mühen auf uns nehmen, um unser ehrgeiziges Ziel zu verwirklichen, aber am 16. Mai 2008 war es endlich soweit. Die Arbeiten waren gestellt, die Textbanner mit der Bibelstelle und dem Gedicht hingen im Mittelschiff der Kirche und der äußere Rahmen für eine echte Vernissage war geschaffen. Die Kirche oder die Baustelle oder unsere Ausstellung – wie man es halt sehen will – füllte sich. Die Aufregung wich freudiger Begrüßung.

Für den angemessenen Rahmen sorgten die Begrüßungsreden des Stadtjugendseelsorgers Dominik Meiering und unseres Schulleiters Bernd Schäfer, die die Werke und auch die Ausstellung als ganze würdigten. Unser Religionslehrer Markus Pfannkuchen stellte dann nochmals die gemeinsame Arbeit vor und berichtete von seiner Faszination an der Arbeit und jeder einzelnen Arbeit. Und wieder ließ sich ein Bogen zu T. S. Eliot schlagen. »Wer ist eigentlich der Dritte der allfort an deiner Seite geht?« Das Erkennen, was hinter den Bildern steckt und das gleichzeitige Entziehen, das Nicht-Festhalten-Können des Augenblicks prägte nicht nur die Geschichte der Jünger auf ihrem Weg nach Emmaus und das Gedicht, sondern auch den glücklichen Augenblick, an dem die Bilder ihren Betrachtern gezeigt wurden.
Who is the third who walks always beside you?
When I count, there are only you and I together
But when I look ahead up the white road
There is always another one walking beside you
Gliding wrapt in a brown mantle, hooded
I do not know whether a man or a woman
But who is that on the other side of you?
Wer ist der Dritte, der allfort an deiner Seite geht?
Zähl ich, so sind nur du und ich selbander,
Doch blick ich voran auf die weiße Straße, ist immer
Noch einer da, der neben dir einhergeht.
Das wallt dahin, verhüllten Haupts, in einer braunen Kutte
Weiß nicht, ob es ein Mann ist oder eine Frau
– Doch wer ist das auf deiner andern Seite?
Aus: T.S. Eliot, The Waste Land, Kapitel 5, Verse 359–366
(13) Und siehe, zwei von ihnen gingen an demselben Tage in ein Dorf, das war von Jerusalem etwa zwei Wegstunden entfernt; dessen Name ist Emmaus.
(14) Und sie redeten miteinander von allen diesen Geschichten.
(15) Und es geschah, als sie so redeten und sich miteinander besprachen, da nahte sich Jesus selbst und ging mit ihnen.
(16) Aber ihre Augen wurden gehalten, daß sie ihn nicht erkannten.
(17) Er sprach aber zu ihnen: Was sind das für Dinge, die ihr miteinander verhandelt unterwegs? Da blieben sie traurig stehen.
(18) Und der eine, mit Namen Kleopas, antwortete und sprach zu ihm: Bist du der einzige unter den Fremden in Jerusalem, der nicht weiß, was in diesen Tagen dort geschehen ist?
(19) Und er sprach zu ihnen: Was denn? Sie aber sprachen zu ihm: Das mit Jesus von Nazareth, der ein Prophet war, mächtig in Taten und Worten vor Gott und allem Volk;
(20) wie ihn unsre Hohenpriester und Oberen zur Todesstrafe überantwortet und gekreuzigt haben.
(21) Wir aber hofften, er sei es, der Israel erlösen werde. Und über das alles ist heute der dritte Tag, daß dies geschehen ist.
(22) Auch haben uns erschreckt einige Frauen aus unserer Mitte, die sind früh bei dem Grab gewesen,
(23) haben seinen Leib nicht gefunden, kommen und sagen, sie haben eine Erscheinung von Engeln gesehen, die sagen, er lebe.
(24) Und einige von uns gingen hin zum Grab und fanden's so, wie die Frauen sagten; aber ihn sahen sie nicht.
(25) Und er sprach zu ihnen: O ihr Toren, zu trägen Herzens, all dem zu glauben, was die Propheten geredet haben!
(26) Mußte nicht Christus dies erleiden und in seine Herrlichkeit eingehen?
(27) Und er fing an bei Mose und allen Propheten und legte ihnen aus, was in der ganzen Schrift von ihm gesagt war.
(28) Und sie kamen nahe an das Dorf, wo sie hingingen. Und er stellte sich, als wollte er weitergehen.
(29) Und sie nötigten ihn und sprachen: Bleibe bei uns; denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneigt. Und er ging hinein, bei ihnen zu bleiben.
(30) Und es geschah, als er mit ihnen zu Tisch saß, nahm er das Brot, dankte, brach's und gab's ihnen.
(31) Da wurden ihre Augen geöffnet, und sie erkannten ihn. Und er verschwand vor ihnen.
(32) Und sie sprachen untereinander: Brannte nicht unser Herz in uns, als er mit uns redete auf dem Wege und uns die Schrift öffnete?
(33) Und sie standen auf zu derselben Stunde, kehrten zurück nach Jerusalem und fanden die Elf versammelt und die bei ihnen waren;
(34) die sprachen: Der Herr ist wahrhaftig auferstanden und Simon erschienen.
(35) Und sie erzählten ihnen, was auf dem Wege geschehen war und wie er von ihnen erkannt wurde, als er das Brot brach.
Markus Pfannkuchen und die AS3M1