Betriebspraktika, EU-Projekte

Selina Breitbach: Filmproduktion in Helsinki

Selina Breitbach in Helsinki

Finnland. Helsinki. Käpyla

Ich habe mich für das Auslandspraktikum entschieden, um sowohl eine fremde Kultur, als auch meine eigenen Stärken und Schwächen besser kennenzulernen. Zuvor bin ich immer mit meiner Familie vereist, nun stand also meine erste Reise alleine an. Das Land war mir bis dann noch unbekannt, da ich es nie zuvor besucht hatte.

Mein Praktikum fand in einer kleinen Filmproduktionsagentur statt, die sich Outline Studios nennt. Mara hieß meine Kontaktperson im Betrieb, er empfing mich am ersten Tag direkt sehr nett und zeigte auch Verständnis für meine Nervosität, da ich zuvor noch nicht im Filmbereich und mit einem Filmteam gearbeitet habe.

Zu Beginn lernte ich das Programm Final Cut Pro mit verschiedenen Tutorials kennen, was erstaunlicherweise sehr gut funktionierte. Ich bekam zwei verschiedene praktische Hauptaufgaben: Die erste war eine Art Exposé einer Immobilie in Videoform, die zweite der Schnitt eines Kurzfilms, von dem es bereits eine fertige Version gab. Ich sollte nun durch die geeigneten Schnitte eine Neuinterpretation anfertigen. Diese beiden praktischen Aufgaben haben mir wirklich viel Spaß gemacht. Mara, meine Kontaktperson im Betrieb, war regelmäßig vor Ort, und bei Fragen jederzeit verfügbar, selbst wenn er außer Haus war, dann sogar telefonisch.

Mein Chef arbeitete zu dem Zeitpunkt an einem Film, bei dem ich schließlich sogar auch an zwei Drehtagen dabei sein durfte. Das Prescreening, das im Vorfeld dafür angesetzt war, war sehr interessant, und eine gute Vorbereitung auf die anstehenden Drehtage. In der letzten Woche hatte ich die Gelegenheit bei zwei Shootings für seinen Film dabei zu sein. Ich durfte das Team unterstützen und bekam einen intensiven Eindruck vom Leben am Set. Das Team war sehr offen und interessiert mir gegenüber. Da ich so wenig Erfahrung im Filmbereich hatte, habe ich mich über die Chance an zwei Drehtagen dabei zu sein sehr gefreut.

Außerhalb meines Praktikums war ich öfter in der Innenstadt unterwegs, die relativ überschaubar ist. Nach einer Woche hat man eine gute Orientierung. Meine persönliche Erfahrung gegenüber der Finnen war, dass diese Anfangs durchaus verschlossen sind, jedoch immer sehr hilfsbereit. Ich muss sagen, dass sowohl unsere schulische Kontaktperson Taina als auch meine Kontaktperson im Betrieb Mara sehr herzlich und hilfsbereit waren.

Mein Fazit: Ich kann jedem nur empfehlen, diese Chance eines Auslandspraktikums zu nutzen, und ich würde jeder Zeit wieder ein Praktikum im Ausland machen. Den einen Monat in einem fremden Land ohne meine Familie zu leben, hat mein Selbstbewusstsein in vielen Punkten gestärkt. Ich habe immer noch Kontakt zu den finnischen Austauschschülern die in Köln waren. Wenn ich nächstes Jahr die finanziellen Mittel habe werde ich sie auf jeden Fall in Helsinki besuchen!

Selina Breitbach, AS3M2, 2015